Nachdem ich schließlich meine Zusage bestätigt habe, ging es auch sofort mit den Vorbereitungen los, denn von Februar bis Ende Juni war nicht allzu viel Zeit. Glücklicherweise hat weitgehend alles ohne Probleme geklappt, bis auf das Thema Unterkunft, denn es hat sich herausgestellt, dass es schwieriger ist, als gedacht, eine geeignete Unterkunft zu finden. Ich habe dann auch angefangen mich intensiver mit dem Land Südkorea und der Stadt Seoul auseinanderzusetzen und ich habe tatsächlich über Bekannte einen Kontakt zu zwei Leuten vermittelt bekommen, die schon länger in Seoul leben und, zwar leider in meiner zweiten Woche zurück nach Deutschland ziehen, mir jedoch bei der Ankunft gerne mit den ersten Erledigungen helfen würden.
Die Zeit von Februar bis Juni verging unglaublich schnell und mit jedem Monat stieg meine Aufregung und Vorfreude. Ich muss aber zugeben, dass all diese Gefühle auch immer mit einer gewissen Form von Angst und Respekt verbunden waren, denn auch wenn ich es mir nur selten habe anmerken lassen, war ich des Öfteren unsicher, ob ich das alles schaffen werde… meine erste längere Reise, 10.000 Kilometer entfernt von Familie und Freunden, in ein Land, das ich nahezu überhaupt nicht kenne, dessen Sprache ich weder spreche noch lesen oder schreiben kann und ein Land, bei dem ich an einer Hand abzählen kann, wie viele Menschen ich kenne die dort leben und jemals da waren. Außerdem wusste ich auch, dass ich mich auf eine Sprachbarriere gefasst machen muss, denn nur wenige Koreaner sprechen so gut Englisch, dass man wirklich kommunizieren könnte. Und zu all dem kam dazu, dass ich nur für die ersten zwei Wochen eine sichere Unterkunft hatte. Aber auf all dem sollte nicht der Fokus meiner Gedanken liegen, sondern vielmehr auf all den schönen Dingen und Erfahrungen, die auf mich zukommen würden.
Während der letzten Tage in Deutschland habe ich mich bemüht mich von allen Menschen, die mir wichtig sind, zu verabschieden und dann war er auch schon da, der Tag der Abreise. Beim Packen hatte ich erstaunlicherweise überhaupt keine Probleme und habe es geschafft, all meine Sachen in einem großen Koffer, einen Rucksack und einer Handtasche zu verstauen. Als ich schließlich mit meinen Eltern zum Flughafen losgefahren bin, hab ich doch wieder, als ich mir ausgemalt habe, wie es denn sein könnte, wenn ich ganz alleine in dieser riesigen Stadt ankomme, ein wenig mehr Angst bekommen. Da jedoch auf dem Weg zum Flughafen so ziemlich alles, was nur schiefgehen konnte auch schiefgegangen ist, hatte ich gar nicht allzu viel Zeit mir darüber Gedanken zu machen, weil ich die ganze Zeit damit beschäftigt war zu schauen, dass wir rechtzeitig am Flughafen ankommen. Eine kurze Zusammenfassung der Geschehnisse: es war ein Sonntag und ursprünglich wollten wir mit dem Flixbus zum Flughafen, der kam jedoch auch über eine Stunde nach der geplanten Abfahrt nicht und die Bahnen (die sowieso viel zu teuer gewesen wären) sind an dem Tag aufgrund einer Generalstörung nicht bis Frankfurt Flughafen gefahren, also sind wir mit dem Taxi wieder nach Hause, um dann doch mit dem Auto zu fahren. Natürlich standen wir dann noch eineinhalb Stunden im Stau und hatten am Ende 50 Euro Parkgebühren (fun fact: der Flug nach Seoul, bei einer Entfernung 10.000km, beträgt dauert ca. 11 Stunden, die Fahrt von Heidelberg nach Frankfurt, bei einer Entfernung von 80km hat an diesem Tag 5 Stunden gedauert, sprich so gut wie die Hälfte). Der Abschied von meinen Eltern fiel mir relativ leicht und nach der Sicherheitskontrolle ging mein Abenteuer Seoul dann auch richtig los und ich musste alleine zurechtkommen (wobei es natürlich kurz vor Boarding zu einem Weiteren Zwischenfall kommen musste, da mein Gate kurzfristig geändert wurde und auf meinem Weg zum neuen Gate jemand einen Notschalter gedrückt hat, sodass bei allen Lufthansa Gates Metalltüren runtergefahren sind und man nicht mehr vor und zurück konnte bis die Notausgänge geöffnet wurden). Zum Glück bin ich am Ende aber rechtzeitig angekommen und auch der Flug und die Landung verliefen ohne jegliche Probleme.
Hi Jenny,
Schön von dir zu hören. Nachdem schon so viel schief gelaufen ist, kann es ja nur noch gut laufen! 😊
Ich bin weiterhin gespannt wie es weitergeht.
Gruß David
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